Probleme beim Langzeitstillen – richtig abstillen

Wenn eine Mutter auch nach dem 12. Lebensmonat ihr Kind stillt, spricht man bereits vom Langzeitstillen. Unumstritten ist die Muttermilch für das Kind gesund. Dennoch können Probleme beim Langzeitstillen entstehen. Auf diese möchten wir im Folgenden eingehen und darüber hinaus aufzeigen, wie man sanft abstillen kann.

Das häufigste Problem, welches Mütter haben, die über lange Zeit ihr Kind stillen, ist das Unverständnis der Außenstehenden. Das Durchschnittsalter in dem Babys in Deutschland abgestillt werden liegt zwischen dem sechsten und neunten Lebensmonat. In anderen Ländern ist es dagegen durchaus üblich auch noch Kleinkinder die Brust anzubieten. Der häufigste Vorwurf von anderen lautet in diesem Zusammenhang, dass die Mutter ihr Kind nicht loslassen könne und daher egoistisch handelt. Natürlich entsteht beim Stillen eine Nähe zwischen Mutter und Kind, die es in anderen Situationen so nicht gibt. Aus diesem Grund fürchten viele, dass beim Langzeitstillen eine Abhängigkeit zwischen der Stillenden und dem Kind entsteht. Dies kann durchaus passieren.

Müttern, die ihren Sohn oder ihre Tochter lange gestillt haben, fällt es häufig schwerer als anderen, das Kind irgendwann abzustillen. Dieser Prozess ist aber irgendwann unbedingt notwendig, damit sich das Kind von der Mutter lösen kann. Außerdem berichten auch viele Mütter, die länger stillen, dass sie dabei durch die Zähne des Kindes Schmerzen hätten und durch die lang andauernde Belastung die Brust gereizt sei.

Sobald körperliche Beschwerden auftreten oder das Kind oder die Mutter das Langzeitstillen nicht mehr wünscht, sollte man damit unbedingt aufhören. Zudem können Kleinkinder, die gestillt werden ab einem gewissen Alter auch von anderen Kindern deswegen gehänselt werden. Daher ist es wichtig, den Sohn oder die Tochter vor dem Kindergartenalter abzustillen. Ja länger man stillt, umso schwerer fällt es häufig sowohl dem Kind als auch der Mutter, dieses Ritual abzulegen. Daher sollte man sich überlegen, wie lange man tatsächlich stillen möchte. In jedem Fall sollte man dies aber in den ersten sechs bis neun Lebensmonaten tun, damit dem Kind wichtige Inhaltsstoffe und Hormone über die Muttermilch zugeführt werden können.

Beim Abstillen sollte man darauf achten, dass dieser Prozess nicht abrupt geschieht und sanft durchgeführt wird. So sollte man zunächst das Stillen allmählich über einen längeren Zeitraum reduzieren, nicht aber von einem zum anderen Tag komplett verweigern. Zudem ist es wichtig, dem Kind während der Abstillzeit und danach ausreichend körperliche Nähe zu bieten. Kuscheleinheiten sollten also mehrmals am Tag geschehen, denn ansonsten vermisst das Kind die körperliche Zuwendung, die es ansonsten ganz selbstverständlich beim Stillen erhalten hat. Man sollte während der Zeit des Abstillens zunehmend breiige Kost und zuckerfreie Getränke wie Wasser und ungesüßte Tees dem Kind anbieten. Kuhmilch darf ab dem 13. Lebensmonat getrunken werden.

Jede Frau muss individuell entscheiden, wann sie ihr Kind abstillen möchte. Sobald aber deutliche Zeichen vom Kind ausgehen, dass es die Brust nur noch in geringem Umfang oder gar nicht mehr selbständig verlangt, sollte man spätestens ab diesem Zeitpunkt zum Wohle des Kindes mit dem Abstillen beginnen. Auch wenn körperliche Probleme bei der Mutter auftreten – wie zum Beispiel eine permanente Reizung der Brust – muss man das Stillen aufgeben.